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Hezarbet und die GGL-Whitelist: So prüfen Sie Anbieter

Von Nadine Ebert, Casino-Redakteur · 8. September 2026

Ein Curaçao-Lizenznehmer und ein GGL-lizenzierter Anbieter wie Hezarbet mögen auf den ersten Blick ähnlich aussehen, unterliegen rechtlich aber vollkommen unterschiedlichen Systemen. Diese Unterschiede betreffen nicht nur Formalien, sondern reichen bis in konkrete Spielmechaniken und Schutzvorkehrungen hinein, von der Sperrdatei bis zum Einzahlungslimit.

Die schwarze Liste der GGL

Die GGL veröffentlicht eine öffentlich einsehbare Liste von Anbietern, gegen die sie wegen nicht erlaubten Glücksspiels vorgeht. Diese sogenannte schwarze Liste enthält Domains und Unternehmensnamen, bei denen die Behörde festgestellt hat, dass ein Angebot ohne die erforderliche deutsche Lizenz an Spieler in Deutschland gerichtet wird.

Die Aufnahme in die Liste ist in der Regel mit weiteren Schritten verbunden, etwa der Aufforderung an Zahlungsdienstleister, Transaktionen zu unterbinden, oder an Internetanbieter, den Zugriff zu erschweren.

Für Verbraucher dient die Liste als zusätzliche Orientierung, ergänzend zur positiven Whitelist der lizenzierten Anbieter: Wer einen Namen dort wiederfindet, hat eine klare Bestätigung, dass die Behörde diesen Anbieter als nicht erlaubt einstuft. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert, da ständig neue Angebote auf den deutschen Markt drängen und andere ihren Betrieb einstellen oder eine Lizenz beantragen.

Warum progressive Jackpots fehlen

Progressive Jackpots, bei denen ein bei jedem Einsatz wachsender Gewinntopf am Ende an einen einzelnen Spieler ausgezahlt wird, sind bei virtuellen Automatenspielen unter deutscher Lizenz nicht zulässig. Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt zwar Slot-Titel mit klassischer Gewinnstruktur, schließt aber Jackpot-Mechaniken aus, bei denen ein Teil jedes Einsatzes über viele Spieler und Plattformen hinweg in einen gemeinsamen, potenziell sehr hohen Topf fließt.

Als ein Grund gilt, dass solche Mechaniken besonders stark auf die Aussicht seltener, dafür überproportional hoher Gewinne setzen, was mit dem im Staatsvertrag verankerten Ziel der Suchtprävention in Konflikt steht.

Spieler, die von internationalen Plattformen Jackpot-Slots mit hohen Beträgen kennen, finden dieselben Titel bei lizenzierten deutschen Anbietern deshalb häufig nur in einer angepassten Version ohne Jackpot-Funktion oder gar nicht im Portfolio, selbst wenn der Spielhersteller identisch ist.

Wie sich die Regulierung weiterentwickeln könnte

Der Glücksspielstaatsvertrag ist als Rahmenwerk angelegt, das regelmäßig überprüft und angepasst werden kann, sobald sich Erfahrungswerte aus der praktischen Anwendung ansammeln. Themen, die in der Fachöffentlichkeit immer wieder diskutiert werden, betreffen unter anderem die Ausgestaltung der Einsatz- und Limitregeln sowie die Wirksamkeit von IP- und Zahlungssperren gegen nicht lizenzierte Anbieter.

Auch der Umgang mit Anbietern aus anderen EU-Staaten und deren rechtlicher Einordnung bleibt Gegenstand laufender Debatten zwischen Regulierungsbehörden, Verbänden und Gerichten. Wie sich einzelne Regelungen konkret weiterentwickeln, hängt von politischen Entscheidungen, gerichtlichen Verfahren und der Bewertung bisheriger Erfahrungen ab und lässt sich seriös nicht im Voraus festlegen.

Sicher ist lediglich, dass die Regulierung von Online-Glücksspiel in Deutschland ein sich entwickelndes Feld bleibt, das kontinuierlicher Beobachtung durch alle Beteiligten bedarf.

Schleswig-Holstein: Der frühe Sonderweg

Schleswig-Holstein nimmt in der Geschichte der deutschen Glücksspielregulierung eine besondere Rolle ein. Das Bundesland ging bereits vor dem bundesweiten GlüStV 2021 einen eigenen Weg und vergab schon früher Lizenzen für Online-Casino-Angebote, während der Rest Deutschlands noch unter einem deutlich restriktiveren gemeinsamen Staatsvertrag stand.

Dadurch entstand über mehrere Jahre eine rechtliche Sondersituation, in der Anbieter mit schleswig-holsteinischer Lizenz Online-Glücksspiel anbieten konnten, während dieselben Angebote in anderen Bundesländern rechtlich in einer Grauzone lagen. Diese Phase gilt rückblickend als wichtiger Testlauf, der zeigte, dass ein regulierter Online-Markt mit Lizenzsystem grundsätzlich funktionieren kann.

Erfahrungen aus dieser Zeit flossen später in die Ausgestaltung des bundesweiten Glücksspielstaatsvertrags ein. Mit Inkrafttreten des GlüStV 2021 wurde die Regulierung bundesweit vereinheitlicht, wodurch die frühere Sonderstellung Schleswig-Holsteins in ihrer ursprünglichen Form an Bedeutung verlor.

Selbstregulierung: DSWV und DOCV

Neben der staatlichen Regulierung durch die GGL spielen auch Branchenverbände eine Rolle bei der Selbstorganisation des deutschen Glücksspielmarkts. Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) vertritt die Interessen lizenzierter Sportwettenanbieter gegenüber Politik und Öffentlichkeit und bringt Verbandspositionen in Gesetzgebungsverfahren ein.

Für den Bereich der virtuellen Automatenspiele und weiterer Online-Casino-Angebote hat sich mit dem Deutschen Online Casinoverband (DOCV) ein vergleichbares Gremium etabliert, das sich unter anderem für einheitliche Branchenstandards und einen transparenten Umgang mit Spielerschutzthemen einsetzt.

Solche Verbände ersetzen nicht die staatliche Aufsicht durch die GGL, ergänzen sie aber um eine Stimme der Anbieterseite, etwa bei der fachlichen Einordnung neuer Regulierungsvorschläge oder bei der Formulierung freiwilliger Selbstverpflichtungen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus. Diese Form der Selbstregulierung ist in regulierten Branchen verbreitet und dient als Ergänzung, nicht als Ersatz für gesetzliche Vorgaben und behördliche Kontrolle.

Von Darmstadt zur GGL: Sportwetten-Historie

Die Regulierung von Sportwetten in Deutschland hat bereits vor dem GlüStV 2021 eine eigene Geschichte durchlaufen. Zuständig für die Vergabe von Sportwettenlizenzen war über Jahre das Regierungspräsidium Darmstadt, das im Rahmen eines Konzessionsverfahrens Lizenzen an eine begrenzte Zahl von Anbietern erteilte.

Dieses Verfahren war rechtlich langwierig und wurde wiederholt gerichtlich angefochten, wodurch sich die Zahl aktiver Lizenzen über lange Zeit kaum änderte. Mit Einführung des GlüStV 2021 und der Gründung der GGL wurde die Zuständigkeit für Sportwettenlizenzen bundesweit gebündelt und von Darmstadt auf die neue zentrale Behörde übertragen.

Seither läuft die Erteilung, Verlängerung und Überwachung von Sportwettenlizenzen über die GGL, mit klar definierten technischen und organisatorischen Anforderungen. Die frühere Zersplitterung zwischen einzelnen Verfahrensschritten unterschiedlicher Behörden gehört damit für neue Lizenzanträge der Vergangenheit an.

Die Altersgrenze von 18 Jahren für Glücksspiel existiert aus gutem Grund und wird von lizenzierten Anbietern über Ausweisprüfung technisch durchgesetzt. Auf check-dein-spiel.de lässt sich in wenigen Minuten anonym prüfen, wie das eigene Spielverhalten einzuordnen ist. Wer über längere Zeiträume mehr Geld oder Zeit investiert als geplant, sollte dies als Warnsignal verstehen.